#7 - Das gefühl entwickeln

Saisonauftakt. Was ein großartiges Gefühl. Raus aus dem Winterschlaf. Endlich kann es wieder losgehen!

 

Nur schwebte die ganze Zeit diese Ungewissheit mit. Ich hatte mich als Einstieg für den Halbmarathon in Porz angemeldet. Der letzte Lauf der Winterserie sollte mein Einstieg in das Sportjahr 2017 werden. Zugegeben ist dieses Event eher eine familiäre Veranstaltung, aber genau das fand ich für den Anfang so ansprechend. Nicht viel Publikum, nicht viele Teilnehmer aber dennoch irgendwie dieses Gefühl „jetzt zählt es“. Erfolgreiche Athleten werden schließlich im Winter gemacht!

 

Ursprünglich hatte ich diesen Wettkampf eigentlich als Spaßlauf angesehen. Ich wollte für mein Training weitere Kilometer sammeln und habe nicht an eine gute Zeit gedacht. Alleine machen die langen Läufe nicht ganz so viel Spaß wie ein solches Event, daher war das genau richtig so. Irgendwas von einem 6er-Schnitt hörte ich mich faseln. Wenn die eigene Bestzeit auf der Halbmarathon-Distanz bei unter 1:40h liegt, dann ist das schon eher gemütliches Joggen. Und dennoch: Es ist der erste lange Lauf nach einer langen Wartezeit, denn noch im Oktober hatte ich mit erheblichen Achillessehnenschmerzen zu kämpfen. Und wer das schon einmal hatte, der weiß wie nervig das ist. Vier Wochen durfte ich gar keinen Sport machen. Für mich ein absoluter Alptraum.

 

Der Respekt vor dem Wiedereinstieg in die Laufschuhe und erst recht auf die langen Laufstrecken war so gewaltig, dass ich mich im Winter mit Schwimmen und Radfahren fit gehalten habe. Klar: Für einen Triathleten ist das nicht die schlechteste Option, aber wirklich glücklich war ich damit nicht. Meinem km-Ziel hänge ich nämlich in diesem Jahr schon weit hinterher.

 

Umso spannender war es also nun für mich, den ersten richtigen langen Lauf zu starten. Ich war mir zunächst überhaupt nicht sicher, ob die Achillessehne halten würde. Sicher war ich mir hingegen, dass dieser Lauf zum Ende hin wohl richtig weh tun würde. Egal wie schnell ich laufe. Irgendwie nicht ganz so prickelnde Voraussetzungen. Also habe ich mir zunächst ein paar Energie-Gels eingepackt. Es spielte überhaupt gar keine Rolle, ob ich die wirklich brauchen würde. Aber alleine der Gedanke daran, einen Rettungsanker dabei zu haben, hat meinen Kopf doch schon erheblich beruhigt. Frei nach dem Motto: #nurderkopfzählt.

 

Noch am Start war dann dieses Gefühl der Anspannung einfach vollkommen verflogen. Andere KölnMarathon-Botschafter grüßten glücklich in ihren grauen Shirts und man hatte irgendwie das Gefühl, nach einer langen Reise wieder zu Hause zu sein. Endlich wieder Laufen, endlich wieder ein Event! Gerade in dem grauen und durchaus nassen Umfeld war es doch eine Genugtuung, die grellen Farben der Laufklamotten zu sehen. Es hatte etwas von Frühling!

 

Ich hatte mich dazu entschlossen, die ersten zwei Kilometer definitiv ruhig zu laufen. Der 6er-Schnitt hing im Kopf herum und auf dem ersten Kilometer habe ich diesen auch perfekt getroffen. Der zweite Kilometer hingegen war mit 5:40 schon deutlich schneller. Ich fühlte mich nämlich irgendwie richtig gut. Hatte ich etwa doch genug trainiert? Schnell erkundigte ich mich bei meinem Laufpartner nach dem Schnitt für den Halbmarathon unter zwei Stunden. 5:40 sagte er. Das ist machbar. Mir war in dem Moment vollkommen egal, ob ich nach hinten heraus einbrechen würde oder ob meine Achillessehne wieder schmerzen würde. Ich wollte es probieren und die richtigen Weichen für die Saison stellen. Sicherlich etwas unvernünftig – aber gut: Kopf siegt über Körper. Nicht anders.

 

Was ich absolut liebe, ist dann dieses Gefühl, wieder richtig im Flow zu sein. Den Rhythmus gefunden zu haben und die Kilometer an einem vorbeifliegen zu sehen. Ich hatte mich gefühlt, als ob ich einen 4er-Schnitt hätte laufen können. Aber das wäre dann wirklich zu viel des Guten gewesen. Bei 1:54:41 kam ich dann ins Ziel. Perfekt. Auch wenn es am Ende in den Oberschenkeln ein bisschen weh tat, die Sehnen und Knochen haben gehalten. Muskuläre Schmerzen gehen schließlich schnell vorbei!

 

Es war ein absolut geniales Gefühl. Endlich wieder im Ziel. Der erste Halbmarathon ist geschafft. Die Saisonziele können kommen! Der Kopf war definitiv schon für Bestzeiten und weitere Events bereit! Der Körper hingegen muss sich jetzt erst einmal ein paar Momente ausruhen. Da wartet noch einiges an hartem Training für den ganz großen Traum!

Auf geht’s!

 

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