#3 - Der motivationstyp

Wer einmal mit dem Sport angefangen hat, ist sehr schnell auf der Suche nach Trainingspartnern. Zu zweit oder mit mehreren Personen ist es doch viel angenehmer. Man kann sich unterhalten, kann sich austauschen und sich leichter motivieren. Und eine Verabredung zum Laufen oder für das Fitnessstudio jemand anderem abzusagen als nur sich selber, ist natürlich viel schwieriger. Schuldgefühle lassen grüßen.

 

Es gibt allerdings auch gewisse Kriterien, die man bei der Auswahl seines Trainingspartners oder seines Vereins beachten sollte. Denn nicht jeder Mensch tickt gleich und lässt sich gleich motivieren. Abgesehen davon, dass der eine vielleicht Gewicht verlieren will und der andere eher Gewicht bzw. Muskeln zunehmen möchte, lässt sich auch der Motivationstyp voneinander unterscheiden. Und wer schon einmal in einer größeren Gruppe laufen war oder im Verein Sport ausübt, der wird diese Typen – die vom amerikanischen Verhaltens- und Sozialpsychologen McClelland 1961 notiert wurden - sicherlich kennen.

 

Zunächst können wir uns der Beziehungsmotivation widmen. Sportler, die zu diesem Typ neigen, machen Sport am liebsten in der Gruppe, weil es ihnen dabei am meisten Spaß macht. Mir fällt dabei immer die klassische Thekenmannschaft ein, die den Sport eben mehr so neben der Theke ausübt, gemeinsam aber immer eine Menge Spaß hat. Starker Wettkampf wird vermieden.

 

Als zweiten Motivationstyp schauen wir uns die Machtmotivation an. Diesem Motivationstyp entsprechen Sportler, die in ihrem sozialen Umfeld ihren Status festigen und ihr Gesicht in der Gruppe nicht verlieren wollen. Sie nehmen daher an den Sportaktivitäten teil, ohne ein wirkliches sportliches Ziel zu haben. Leistung spielt hier keine primäre Rolle.

 

Zuletzt gibt es noch den Motivationstyp der Leistungsmotivation. Solche Sportler sind hinlänglich bekannt und wollen ihre Leistung immer weiter verbessern. Das bedeutet die Zeit auf einer bestimmten Strecke zu verbessern oder mehr Strecke zurückzulegen. Die gesellschaftliche Komponente ist hier eher sekundär. Mitstreiter werden mehr als Ansporn gesehen – man möchte eben der Beste sein.

 

Wenn wir uns nun vorstellen, dass sich diese Motivationstypen in einer Gruppe treffen, um gemeinsam Sport zu treiben, dann wird sich sehr schnell herausstellen, dass nicht alle mit einer Trainingseinheit gleich zufrieden sein können. Nehmen wir einmal an, dass sich alle auf einer Radausfahrt treffen und gemeinsam 50km zurücklegen wollen. Der Leistungssportler wird bei jedem kleinen Anstieg „attackieren“ und sein Rennrad bis ans Maximum treiben. Die anderen beiden werden sehr schnell die Lust verlieren. Sofern der Leistungssportler zurücksteckt, wird er mit seiner Trainingseinheit nicht zufrieden sein, weil er sich nicht genug gefordert fühlt. Der Beziehungssportler wird alleine keinen Spaß haben und braucht daher diese Mitstreiter.  

 

Umso wichtiger ist es, dass man seine eigene Motivation und seine Ziele kennt und diese mit denen der Trainingspartner abgleicht. Sind die kurzfristigen und langfristigen Ziele also wirklich mit der Gruppe vereinbar? Ist der Verein, dem ich mich angeschlossen habe, wirklich der Richtige? Nur so kann man langfristig seine Ziele mit Zufriedenheit und der richtigen Motivation verfolgen. Und vor allem den Spaß am Sport nicht verlieren. Und interessanterweise kann sich der eigene Motivationstyp über die Zeit durchaus auch verändern.

 

Flavio Simonetti ist einer der erfolgreichsten Fitness-Youtuber und hat vor kurzem in einem Podcast mit dem internationalen Speaker Tobias Beck die folgenden Worte verloren:

„Es macht Spaß mit anderen zu trainieren. Aber es wird immer zu Situationen kommen, wo der andere vielleicht nicht kann. Und was machst Du dann?“ – und genau das ist die Frage.

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