#15 - Allgäu-Triathlon - Teil 1

Jan Frodeno am Start, Daniel Ryf am Start, Deutsche Meisterschaften über die Mitteldistanz. Hätte mir das einer bei meiner Anmeldung zum Allgäu-Triathlon gesagt, hätte ich mich wahrscheinlich nicht einmal angemeldet. Ich bin ein sicherlich ambitionierter Hobby-Athlet – kein Profi. Ich wollte doch nur mal etwas Neues ausprobieren.

 

Kurz nach meiner Anmeldung hatte ich als Abonnent der Zeitschrift triathlon die neue Ausgabe im Briefkasten. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie es in einem der Artikel um die härtesten Triathlons ging. Und zack: Plötzlich tauchte der Allgäu-Triathlon auf. Im ersten Moment war ich etwas geschockt. Hatte ich da irgendetwas übersehen? Die Höhenmeter auf der Radstrecke waren mir klar, doch wohl noch nicht so bewusst geworden – der sogenannte Kuhsteig beim Laufen auch nicht. 300m brutalste Steigung, bei der selbst ein Sebastian Kienle gehen musste. Aber hey: Angemeldet ist angemeldet und schließlich war ja noch genug Zeit, um für meine zweite Mitteldistanz überhaupt zu trainieren.

 

Das Training im Winter verlief erstaunlich gut und bereits im Frühjahr fühlte ich mich in den Laufschuhen außerordentlich wohl. Das Radfahren hatte ich zwar etwas vernachlässigt, denn den langen Ausfahrten standen erst einmal Familie und Beruf im Weg. Es ist eben doch gar nicht so einfach, alles unter einen Hut zu bringen. Aber wer will, der kann auch! Also habe ich pünktlich mit den ersten wärmeren Sonnenstrahlen auch das Radfahren eingebaut. Alles war zudem perfekt geplant. Das 24h-Radrennen am Nürburgring sollte mich auf das Radfahren vorbereiten, mehrere Laufveranstaltungen ließen mich an der Laufform tüfteln und ein Schwimmtrainer (siehe Artikel #14) zeigte mir noch, wie ich im ersten Moment zwar nicht viel schneller, aber deutlich entspannter durch das Wasser gleite. Es war alles perfekt angerichtet! Und unter den zeitlichen Engpässen war ich mit meinem Trainingsumfang von ca. 6 Stunden in der Woche auch ganz zufrieden. Nicht viel, aber dafür sehr effektiv! Tipps dazu könnt ihr euch gerne bei mir persönlich abholen!

 

Es gibt zwei Arten von Menschen. Die einen denken vor dem Start immer, dass sie zu wenig trainiert haben. Und die anderen lügen. Ich bin zwar ein sehr optimistischer Mensch und generell der Meinung, dass man auch mit wenig Training viel erreichen kann, wenn der Kopf stimmt. Aber auch für mich kamen an den letzten Tagen ein paar Zweifel hoch. Reichen überhaupt 6 Stunden pro Woche für eine der härtesten Mitteldistanzen? Warum nehme gerade ich an diesen deutschen Meisterschaften teil? Und warum zur Hölle starte ich in der gleichen Gruppe wie Jan Frodeno, dem derzeit weltbesten Triathleten?! Ja, selbst die Startunterlagenausgabe am Vortag hatte ihre Überraschung bereit. Welche absolute Leidenschaft die Stadt Immenstadt in den Triathlon legt, zeigte sich bereits in der ganzen Stadt. Es waren mehr Plakate zum Allgäu-Triathlon als Wahlplakate in der Stadt zu finden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das keine Selbstverständlichkeit. Die Vorfreude im ganzen Umfeld war riesig und in jeder Gasse zu spüren!

 

Und dann kam einer dieser berühmten Momente, die es eben nur in dieser verrückten Sportwelt gibt und einen auf einmal nicht mehr zweifeln lassen. Wettkampfbesprechung in Immenstadt am Vorabend. Jan Frodeno war natürlich vor Ort und wurde gefeiert. Ein über 70-jähriger Athlet, der seinen 371. Triathlon machen sollte, aber auch. Ein junger Athlet, der seinen ersten Triathlon vor sich hatte, durfte sich ebenfalls auf der Bühne wiederfinden und dann gab es noch einen verrückten Athleten, der bis dato jede Ausgabe der insgesamt 34 Allgäu-Triathlons mitgemacht hatte. Wahnsinn! Gegensätze, die sich so nicht in vielen Sportarten in einem einzigen Rennen vereinbaren lassen. Im Triathlon geht das. JEDER kann das.

 

Mit dieser einzigartigen Stimmung konnte ich besser schlafen als gedacht und am nächsten Morgen war die Vorfreude auf das Rennen riesig. Trotz erheblicher Anspannung, denn die bekommt man wohl nie weg. Und mit dem Startschuss schien der Plan komplett aufzugehen. Ich kam entspannter als bei den Rennen vorher aus dem Wasser, das Radfahren bereitete mir trotz der sehr anspruchsvollen Strecke keine besonders großen Probleme und der abschließende Halbmarathon war eine absolute Freude ohne Einbruch. Das Läuten der Allgäu-typischen Kuhglocken habe ich auch nach einer guten Woche als Anfeuerung noch im Ohr und den Zieleinlauf werde ich so schnell sicher nicht vergessen. Ein gigantisches Erlebnis mit einer unfassbaren Stimmung!

 

Warum ich diesen Artikel schreibe? Ich möchte Euch dazu motivieren, einfach mal aus den gewohnten Bahnen auszubrechen. Macht etwas aufregendes, verbindet den Sport einfach mit einem tollen Erlebnis! Besucht andere Städte, andere Events! Lasst Euch von dem Fieber anstecken und saugt die Energie auf, die auf diesen tollen Veranstaltungen umherschwirrt! Der Allgäu-Triathlon war mein erstes größeres Event außerhalb meines gewohnten Umkreises und hat sich absolut gelohnt. Zu 100%!

 

Also: Was hält Euch davon ab?

 

#nurderkopfzählt

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