#10 - #nurderkopfzählt - Nicole Bretting

Nicole Bretting ist den meisten unter uns wohl unbekannt. Dennoch hat sie beachtliche Erfolge vorzuweisen: Unter anderem hat sie in ihrer Altersklasse den Weltmeistertitel beim Ironman Hawaii gewonnen. Und dieses Rennen gewinnt man bei weitem nicht einfach so. Mit Profitrise Sports hat sie über ihre Momente gesprochen, bei denen #nurderkopfzählt.

Ich muss gestehen, dass ich von Nicole schon des Öfteren gelesen habe. Wirklich wahrgenommen habe ich sie aber wohl nicht. Sie ist eben nicht diese absolute Berühmtheit im Ausdauersport – wie zum Beispiel ein Jan Frodeno. Ihre Leistungen sind aber umso beachtlicher, denn Nicole ist keine Profisportlerin. Sie hat einen ganz normalen Job und hat ihre sportlichen Ziele immer neben ihrem Beruf verfolgt. Als ich mich mit ihr unterhalten habe, habe ich aber sofort gemerkt, dass sie mit der Ausübung ihres Sports ihre wirkliche Passion gefunden hat!

 

Sportlich war sie zwar schon immer, sie selbst beschreibt sich aber mehr als diejenige, die bei den Bundesjugendspielen mehr die Teilnehmerurkunde als die Ehrenurkunde abgestaubt hat. Mehr als Spätstarterin ist sie über einen Zufall zum Ausdauersport gekommen. Zunächst hat sie nur bei einem Marathon zugeschaut, sich danach aber ziemlich schnell dazu entschieden, selbst einmal bei einem mitzumachen. Das nennt man wohl umgehend infiziert! Also hat sie akribisch darauf hingearbeitet. Es ist also nie zu spät um anzufangen!

 

Ihre Motivation beschreibt sie dabei ebenso simpel wie effektiv. Es gibt nach ihrer Ansicht einfach Dinge, die man sich für kein Geld der Welt kaufen kann. Wo nur die eigene Leistung zählt und der Körper immer ehrlich zu einem ist. Und diese Dinge reizen Nicole am meisten – es kommt einfach auf einen selbst an und darauf, den eigenen inneren Schweinehund zu besiegen! Das kann ich sehr gut nachvollziehen.

 

Die gebürtige Bayerin hat schnell mit kleinen Distanzen angefangen und sich Schritt für Schritt gesteigert. So hat sie natürlich auch den Spaß nicht verloren, weil sie sich immer höhere Ziele gesteckt hat und nach den gewissen Reizen strebte, die sie auf die eigene Leistung stolz sein ließen. Das empfiehlt sie heute auch jedem Hobbysportler. Man sollte es am Anfang auf keinen Fall übertreiben und sich lieber mit vielen kleinen Schritten den großen Belastungen nähern! Sich bei einem Wettkampf einfach mal kein Zeitziel setzen, hält sie ebenfalls für eine gute Sache. So wird am Anfang kein Druck aufgebaut und man behält den Spaß am Sport. Das ist für sie auch bei Weitem das Wichtigste. Nur wenn man Spaß an etwas hat, kann man auch sein Bestes geben und Erfolge feiern! In welcher Form auch immer.

 

Über den Marathon ist sie dann zum Triathlon gekommen. Und auch hier strebte sie schnell nach den langen Distanzen und dem „Ironman“. Doch Nicole musste hier neben ihrem Weltmeistertitel auch eine herbe Niederlage einstecken. Mit großen Zielen angereist ist sie 2016 nur 21. in ihrer Altersklasse geworden. Für sie eine herbe Enttäuschung, denn nach einem super Schwimmen und einem tollen Beginn auf dem Rad ist sie mit Übelkeit eingebrochen. Beim Laufen hat sie sich bereits mit der Niederlage abgefunden und wollte nur noch ins Ziel kommen. Aufgeben kam für sie dabei zu keinem Zeitpunkt in Frage: „Wenn Du einmal aufgegeben hast, gibst Du auch noch einmal auf.“ – das wollte sie auf gar keinen Fall! Heute sagt sie, dass dieses Finish ihr mehr bedeutet, als viele andere Rennen, bei denen sie erfolgreicher war.

 

Natürlich ist viel Zeitaufwand nötig, um diese Leistungen zu erbringen – das wissen wir alle. Ihre Doppelbelastung aus Beruf und Hobby hat ihr am Anfang nicht einmal ihr Chef zugetraut. Beides auf hohem Niveau zu betreiben sei nicht möglich. Doch Nicole hat ihn schnell eines Besseren belehrt – heute hat er seine Worte zurückgenommen. Wie sie das schafft? Sie beschreibt sich selbst als sehr strukturierten Mensch, der seinen Tag komplett durchplant. Das hilft ihr extrem. Anfangs hat sie mehr nach Lust und Laune trainiert, doch das reichte ihr irgendwann nicht mehr. Also hat sie sich Trainingspläne aus Zeitungen herausgesucht und diese absolviert. Heute geht sie sogar noch einen Schritt weiter, denn sie hat für sich einen Trainer engagiert, der mit ihr individuelleres Training absolviert. Schritt für Schritt hat sie sich diesen Weg aufgebaut – mit Erfolg! Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen und die Kontinuität entscheidet!

 

Nicoles Kopf scheint dabei unglaublich gefestigt und positiv gestimmt zu sein. Mentales Training absolviert sie aber nicht. Sie hält sich viel mehr an kleinen Dingen fest und lässt sich dadurch motivieren. Ob es eine gute Trainingseinheit ist oder einfach nur das Vogelzwitschern bei der morgendlichen Laufeinheit – sie genießt wenn möglich jeden Moment auf ihrem Weg. Deshalb benötigt sie auch keine Trainingsgruppe oder Begleiter. Sie kann sich selber extrem gut motivieren.

 

Als logische Konsequenz hat sie sich nun das Race Across America als nächste Herausforderung ausgesucht. 4800 km von der Westküste Amerikas bis zur Ostküste. 50.000 Höhenmeter erwarten sie dabei – ein Wahnsinn! Sie bestreitet dieses Rennen in einem 4er-Team und will mit diesem einen Rekord brechen. Unter 6 Tagen und 10 Stunden soll es sein. Für manch einen sicher unvorstellbar. Hinter diesem Vorhaben steckt insgesamt jedoch ein Team von 16 Leuten – und als aktive Athletin muss sie dieses Team natürlich auch mit planen und steuern. Eine Aufgabe, für die es neben sportlicher auch soziale Kompetenz benötigt. „Man lernt fürs Leben“ – sagt sie. Und ich bin mir sicher, dass sie es ernst meint. Wenn man erfolgreich sein will und immer sein Bestes gibt, dann wird man seine Ziele auch erreichen. Diese, die man sich eben mit Geld nicht kaufen kann.

 

Vielleicht wird sie ja bei diesem Rennen durchaus daran denken, dass ab einem gewissen Zeitpunkt einfach #nurderkopfzählt.

 

Mehr Infos zu Nicole findet ihr hier: www.nicole-bretting.de

 

Hol Dir Motivation über Facebook:

...oder bei Instagram:

...oder bei Twitter:

Ansonsten bleibt der direkte Kontakt: